Biafra in Not
Als ich damals im Januar 1968 vom Haus der Weißen Väter in London/Totteridge zum Weiterstudium für unsere Diözese Limburg zur Jesuitenhochschule nach Frankfurt-St. Georgen wechselte, wurde ich schnell zum AStA-Vorsitzenden dort gewählt. Eines meiner ersten Aktionen war, eine großangelegte Spendenaktion in der Vorweihnachtszeit für die Hungersnot in Biafra zu organisieren. Es haben sich nahezu alle Studenten beteiligt und wir haben eine große Straßensammlung für die in Afrika Hungernden durchgeführt. Es sind 8000 DM zusammengekommen. Das war für die damalige Zeit eine riesige Summe. Die Aktion hat einen großen Widerhall in der Presse gefunden und wurde als besondere Guttat von Studenten gepriesen. Es war die Zeit, in der Studenten durch Demonstrationen und spektakuläre Aktionen in der Öffentlichkeit eher negativ aufgefallen sind. Da war unsere Wohltätigkeitsaktion etwas Besonderes.
Hajo Stenger
Stefan Lutz-Bachmann schreibt dazu ergänzend:
An die von Hajo Stenger initiierte Spendenaktion für Biafra der St. Georgener Theologiestudenten kann ich mich noch gut erinnern. Ich war damals zur selben Zeit in St. Georgen. Es war ein verkaufsoffener Adventssamstag, die Frankfurter Innenstadt voller Menschen. An 5 verschiedenen Punkten in der Stadt standen Kommilitonen mit Sammelbüchsen. Ich hatte an diesem Tag die Aufgabe, mit einem PKW mehrfach alle Sammelpunkte anzusteuern, volle Sammelbüchsen gegen leere auszutauschen und die jeweiligen Studenten zum Schichtwechsel dort abzuliefern bzw. abzuholen. Hinzu kam, dass alle aufs Mittagessen verzichteten und der so eingesparte Betrag von der Seminarleitung ebenfalls in den Spendentopf wanderte.