Herzattacke im Lateinunterricht
Der Plan war simpel, der Hauptakteur schnell gefunden. Seppli wurde vom Rest der Untersekunda dazu
auserkoren, während der Lateinstunde von Fräulein Doktor Schmitz einen Herzanfall zu erleiden. Auf
ein Zeichen musste er sich zur Seite fallen lassen, wobei ihn simultan 4 Paar helfende Hände vor
einem zu schmerzhaften Sturz bewahrten. Das Timing war perfekt und der Fall hätte jedem Stuntmann
zur Ehre gereicht. Das darauffolgende Durcheinander - jeder versuchte irgend einen Körperteil des
Patienten zu fassen um ihn so rasch wie möglich aus dem Klassenzimmer zu zerren - muss für unsere
liebenswürdige Lehrerin traumatisch gewesen sein. Die von uns mit betroffener Miene vorgetragenen
Erklärungen ("Er war ja so verliebt". "Und sein Herz war schon immer schwach") trugen wenig dazu
bei, unsere besorgte Lehrerin zu beruhigen. Die tiefe Sorge und Betroffenheit, die wir alle zur
Schau trugen, ließ eine Fortsetzung der Lateinstunde als pädagogisch völlig unverantwortlich
erscheinen und der Rest der Stunde wurde diskutiert, wie dem armen Josef zu helfen sei und welche
schrecklichen Folgen doch so eine Romanze für ein junges Gemüt haben kann. Einige von uns waren
schon ganz große Schlingel, gell, Jacky Black?
Alfred Epple