Anton Wasmer
Damals war er in der Quarta und ich in der Sexta. Er war einer der Großen, zu denen ich aufgeschaut habe und den ich versucht habe, zu kopieren. Die Bilder, die er mit Wasserfarben malte, waren alles geniale Zeugnisse der Liebe zu seiner Schwarzwälder Heimat. Und sie waren sehr, sehr gut. Ich wollte sie immer wieder kopieren, war aber nicht annähernd so gut. Die Motive stammten alle aus dem Schwarzwald: Wiesen, Wald, Bächlein und dazwischen immer wieder ein Hase, ein Reh oder Auerhahn. Für mich damals einfach wunderschön.
Was mir an Wamsli noch imponierte und was ich nachzumachen suchte, war seine Sprungtechnik, derer er sich bediente, als er in vollem Lauf mit einem Satz die Treppen zum Seiteneingang übersprang und sich dabei katzenhaft nach vorn beugte. Für mich als kleiner Sextaner sah das ganz toll aus und so wollte ich das auch machen.
Was ich damals nicht wusste, und was mir Wamslis Frau am Fest erzählte, war, dass Wamsli im Missionshaus nicht sehr glücklich war und wohl starkes Heimweh hatte. Vielleicht hätte es sein Wohlbefinden verbessert, wenn er gewusst hätte, was für eine Inspiration er damals für mich und wahrscheinlich auch für andere war.
Alfred Epple