Beerdigung von P. Werner Wanzura
von Hajo Stenger
Glücklicherweise hatte mir P. Pfaff aus Hechingen den Bestattungszeitpunkt der Urne
mit der Asche unseres Klassenkameraden Werner Wanzura mitgeteilt; es war nämlich
der Wunsch von Werner gewesen auf dem Friedhof in Haigerloch im Kreise ehemaliger
Mitbrüder bestattet zu werden. Schon als Schüler waren wir regelmäßig zu dieser Stätte
in der Oberstadt gepilgert und hatten dort für die ehemaligen Weißen Väter gebetet.
Zunächst sollte das Requiem in der St. Annakirche um 13.30 Uhr stattfinden,
anschließend sollte die Urne auf dem Friedhof beigesetzt werden.
Doch die Realität hat mich gleich wieder erfasst: Ich hatte mich mit Alfred Epple um 12 Uhr vor Ali Baba etwas unterhalb der Kirche verabredet; also ging ich dorthin und Alfred stand vor der Gaststätte. Gemeinsam gingen wir dann in die Netto-Bäckerei, um einen Cappuccino und einige Kleinigkeiten zu genießen, bevor wir uns wieder in St. Anna zum Requiem einfanden. Zunächst trafen wir auf den Organisten, der mit seiner Frau gerade die Orgelempore aufschloss. Das ermöglichte mir einen kurzen Blick auf das historische Instrument, das von der Bittelbronner Orgelbaufirma Stehle wieder hergerichtet worden war.
So langsam tauchten in der Kirche auch die Trauergäste auf, so die über 90jährige Schwester des Verstorbenen und einige ältere Patres aus dem Seniorenheim der Afrikamissionare in Hechingen. In der ersten Reihe vorn rechts platzierten sich die 4 ehemaligen Haigerlocher: Alfred Epple, Hans Geisinger, Gustl Teichmann und Hajo Stenger. Letztlich waren es dann aber nur 13 Trauergäste, die den von P. Albert Schrenk mit seinen beiden Konzelebranten P. Pfaff und P. Österle gestalteten Gottesdienst mitfeierten. Zugegeben: Ich war etwas enttäuscht über die arg kleine Schar, die sich hier zum Requiem eingefunden hatte. Albert skizzierte in seiner Predigt kurz das Leben des verstorbenen Mitbruders, der zuletzt als Hausseelsorger im Altenheim der Franziskanerinnen in Aachen gewirkt hatte.
Nach dem Gottesdienst begab sich die kleine Schar bei frostiger Kälte zum Friedhof. Dort sprach Albert in der Halle vor der Urne die Trauergebete. Anschließend ging es dann zum Grab, wo die Urne im Feld der Weißen Väter beigesetzt wurde.
Der Leichenschmaus fand dann später im Speisesaal des Weiße-Väter-Hauses in Hechingen statt. Hier waren neben den Patres nur noch Hans Geisinger und Hajo Stenger dabei.
Die eigentliche besondere Gedenkstunde war dann am Abend im Haus Teichmann in Weilstetten, wo Hajo noch die Gastfreundschaft seines Klassenkamerades Gustl genoss. Das leckere Abendmahl hatte Gustls Frau Brigitte vorbereitet.
Adieu, lieber Werner, wir werden uns beim himmlischen Gastmahl demnächst treffen.
Hajo Stenger
Stadecken, 7.2.2025