Franz Hohmann
von Günther Mayer, Rudi Schäfer und Hajo Stenger
Das war schon damals 1964 ein erhebendes Gefühl, endlich das Abi in Händen zu halten. Und was kam
dann? Für Franz ganz klar das Studium der Chemie in Frankfurt. Diese Absicht hatte er bereits ein
knappes Jahr vor dem Abitur bei einem Gespräch mit dem damaligen Provinzial P. Gypkens ganz ehrlich
geäußert. Und Gypkens hat in seiner herrischen Art dem Schüler befohlen, sofort mehr an monatlicher
Pension zu zahlen. Meines Wissens war Franz der einzige, der seine Absicht deutlich und offen
bekundet hat. Die restlichen Eleven legten sich nicht so genau fest und letztendlich waren es dann
nach den Sommerferien 6 von 13, die in Trier das Philosophiestudium mit den Ziel Weißer Vater
begannen.
1964 hatte Franz schließlich eine 9jährige Weiße-Väter-Karriere hinter sich. 1955 hatte er im Missionshaus der Weißen Väter in Linz seine gymnasiale Schulzeit begonnen und ganz regulär ging es dann weiter nach Rietberg und 1959 in die Kreuzburg nach Großkrotzenburg. Bereits in Rietberg war Franz ein begeisterter und auch guter Fußballspieler und nicht nur das, Franz hat immer wieder seine Klasse aufs Siegertreppchen gebracht, so in der Oberprima als wir die Hausmeisterschaft erreicht haben.
Franz hat dieses Privileg niemals für sich ausgenutzt. Er war hoch begabt und konnte sich vieles schnell und sicher erarbeiten, sodass er die tägliche Studienzeit mit Schmökern verbringen konnte, während wir anderen uns mühsam mit griechischen und lateinischen Übersetzungsarbeiten herumplagten. Beim Fußballspiel gehört Franz zu den Besten der Schule und er war ein beliebter Mitspieler. Ich erinnere mich noch an eine kleine Begebenheit aus der Großkrotzenburger Zeit: Wir hatten mit P. Zender als Ersatz für unsere Londonfahrt eine winterliche Wanderung in den Taunus und insbesondere zur Saalburg gemacht. Da Franz und mir der lange Fußmarsch zu anstrengend war, sind wir per Autostop wieder nach Bad Homburg zurückgefahren. Meines Wissens blieb diese Aktion straffrei. Günther Mayer erinnert sich an eine weitere Episode: Zusammen mit Franz besuchte er in Frankfurt den Film „Das Schweigen“. Auf der Heimfahrt haben die beiden dann PAF getroffen, der sie wohl im Kino gesehen hatte. Und für Franz war es kein Problem, mit seinem ehemaligen Deutschlehrer ausgiebig über das Gesehene zu diskutieren.
Als wir dann 2014 anlässlich unseres 50. Abiturjahrestages begannen, Klassentreffen einzuberufen, war Franz mit Begeisterung dabei und 2018 hat er seine alten Kameraden nach Köln eingeladen. Mit Maria hat er ein abwechslungsreiches Programm vorbereitet und alle waren über Franzes perfekte Organisation begeistert.
Ja, und nun ist Franz am 2. August 2020 von uns gegangen. Wir sind betroffen und traurig, weil wir einen lieben Kameraden verloren haben. Er wird in unserer Erinnerung fortleben und wir wünschen ihm die ewige Ruhe in Gottes Frieden.
R I P
Stadecken, im August 2020Günther Mayer, Rudi Schäfer, Hajo Stenger