Nachruf auf P. Alfons Hirt
Aus anderen Berichten zusammengefasst von A. Epple mit Hilfe von KI
Sterbebild
Anfang der 1960er Jahre war P. Hirt Schulleiter des Kreuzburggymnasiums in Großkrotzenburg. Schon seine Erscheinung verlieh ihm eine natürliche Autorität. Wer ihn erlebt hat, erinnert sich jedoch vor allem an einen Lehrer, der Wissen lebendig vermitteln konnte. Besonders im Biologie- und Chemieunterricht verstand er es, auch schwierige Zusammenhänge anschaulich und lebendig darzustellen.
Eine besondere Nähe hatte P. Hirt zur Natur. Bei schönem Wetter führte der Biologieunterricht hinaus in die Umgebung der Schule. Pflanzen und Tiere wurden nicht nur aus Büchern kennengelernt, sondern unmittelbar betrachtet und erklärt. Die Schüler lernten botanische Namen, beobachteten die Vogelwelt und entwickelten auf diese Weise einen Zugang zur Natur, der bei manchem ein Leben lang nachwirkte.
Bei aller Autorität war P. Hirt kein distanzierter Schulmann. Ehemalige Schüler erinnern sich daran, dass er ein Herz für sie hatte, sie in schwierigen Situationen unterstützte und ihnen auch in Prüfungen Sicherheit vermittelte.
Zu seiner Persönlichkeit gehörte auch Humor. Überliefert ist die Geschichte, dass er sich einmal als Ordensschwester verkleidete und an der Pforte um eine Führung durch das Haus bat. Selbst der Superior erkannte ihn zunächst nicht. Solche Episoden zeigen einen Mann, der sich trotz seiner menschlichen Größe selbst nicht allzu wichtig nahm.
Auch im religiösen und musikalischen Leben der Schule war P. Hirt präsent. Er übte mit den Schülern den sonntäglichen Choral ein und war als Priester fest in das geistliche Leben der Gemeinschaft eingebunden. Bei einer Priesterweihe im Februar 1962 in der Hauskapelle der Kreuzburg wirkte er als "presbyter assistens" an der Seite des Fuldaer Bischofs Bolte mit.
Wer ihm als Schüler begegnet ist, erinnert sich an mehr als an Unterricht, Ämter und Aufgaben. In Erinnerung bleibt ein Mensch, der Verantwortung übernahm, Orientierung gab und dabei die ihm anvertrauten jungen Menschen nicht aus dem Blick verlor. Vieles von dem, was damals selbstverständlich erschien, erweist sich im Rückblick als prägend.
Auch als Pfarrer in Stetten bei Haigerloch, war P. Hirt äußerst angesehen und beliebt. Er liebte die Menschen und sie liebten ihn - nicht nur weil er aktiv am dörflichen Leben teilnahm. So ließ er es sich nicht nehmen, beim Festzumzug zum 750-jährigen Bestehen von Stetten sich als mittelalterlichen Lehrer zu verkleiden, der mit seinen Scholaren (deb Stettener Ministranten) am Umzug teilnahm.
Mit P. Hirt ist ein Mensch und eine Persönlichkeit gegangen, die ihre Zeit und ihr Umfeld mitgeprägt hat. Seine Wirkung lebt in den Erinnerungen derer fort, die ihm begegnet sind. Was bleibt,ist die dankbare Erinnerung an einen Menschen, der große Spuren hinterlassen hat.