P. Bernhard Schneider
Nur noch wenige Wochen trennten ihn von der Feier des silbernen Priesterjubiläums. Da riß ihn eine plötzliche, sehr schwere Erkrankung aus unserer Mitte. 1905 in Wetzlar geboren, 1934 in Trier zum Priester geweiht, wäre vor dem Ausbruch des Weltkrieges sein Jugendtraum fast in Erfüllung gegangen: die Kisten waren schon gepackt für die Reise
nach Afrika. Er packte sie wieder aus und gab dafür in der Heimat vor den Kirchenverfolgern Zeugnis für Christus. Trotz geschwächter Gesundheit schonte er sich nicht und leistete noch viel Arbeit in der Erziehung und Ausbildung junger Missionare sowie in der Seelsorge.
Er war ein Mensch mit so viel Herz. daß er jeden anderen trösten konnte, selber aber viel leiden mußte. Seine besondere Liebe galt dem Altar.
Mit künstlerischem Sinn
gestaltete er Gotteshaus und
Gottesdienst. Nun hat ihn der
Meister heimgerufen, mit unverhülltem Auge die Herrlichkeit zu schauen und die himmlische Jubelfeier
zu begehen.
Aus AFRIKA, Zeitschrift der Weißen Väter, 1959
Hajo Stenger ergänzt dazu:
P. Bernhard Schneider war bei meinem Eintritt in das Missionshaus in Haigerloch Ökonom. Er hatte sich zuvor besonders für die Restaurierung der Hauskapelle eingesetzt und meines Wissens auch die heute noch dort befindlichen Gemälde (Mitte und zwei Seitenbilder mit afrikanischen/Weiße Väter Bezügen) an der Altarrückwand anfertigen lassen. Im Schuljahr 1956/57 unterrichtete er Deutsch bei uns in Quinta. Man konnte seine Krankheit schon in dieser Zeit feststellen. Dennoch hat er sich alle Mühe gegeben, uns Pennälern die Muttersprache vor allem in Schriftform beizubringen. Insgesamt habe ich P. Schneider als gütigen Menschen in Erinnerung.