Otto Martin (1944 - 2022)
von Hajo Stenger
immer heiter und vergnügt
Nach der Untertertia wechselte unsere Klasse 1959 in die Kreuzburg nach Großkrotzenburg bei Hanau. Hier unterrichteten uns nicht nur Weiße Väter wie Pater August Freckmann (PAF) in Deutsch und Französisch, Pater Engelbert (PENG) in Mathe, Physik und Chemie, Pater Jetter in Griechisch, sondern auch externe Lehrer wie Herr Wolf in Biologie, Herr Walter in Latein und Geschichte, später Herr Lipponer, sogar eine Frau Miss Sorger in Englisch. Im Februar 1964 schaffte er zusammen mit 12 weiteren Klassenkameraden das Abitur, danach zerfiel die Gruppe in verschiedene Richtungen. Otto schlug die Justizlaufbahn ein, wurde Geschäftsleiter am Amtsgericht Lahr und beendete seine Laufbahn als Oberamtsrat. Im Jahr 2007 ging er in den verdienten Ruhestand.
1970 heiratete er seine geliebte Frau Irmgard. Aus dieser Ehe gingen die Söhne Marco und Frank hervor, die ihm wiederum 4 Enkelkinder (Julia, Luise, Annika und Oskar) schenkten. Er durfte auch noch den Urenkel Jason erleben. Seine Hobbys waren der Fußball, wo er sich nicht nur als aktiver Spieler, sondern auch als Jugendleiter und im Vorstand engagierte. Nach seiner aktiven Fußballzeit trieb er weiterhin Sport bei den Tennis-Senioren. Kegeln war eines seiner Hobbys, Feld- und Gartenarbeit seine Leidenschaft. Am wichtigsten aber war ihm seine Familie mit den Enkeln und dem kleinen Jason. Und alle schätzen Otto als guten Ehemann, Vater, Opa und Uropa. Als ich in meiner Schulzeit eines Tages in der Nähe seines Heimatortes Niederschopfheim (Ortenberg bei Offenburg) in einem Schullandheim verweilte, rief ich ihn spontan an und lud ihn zu einem Treffen ein, was er sofort wahrnahm. Dieses Treffen hat mich damals motiviert, nach meinen anderen Abifreunden von 1964 zu suchen und ein Treffen zu unserem 50-jährigen Abi zu arrangieren, was uns auch 2014 in Haigerloch gelungen ist. Aus gesundheitlichen Gründen konnte Otto jedoch erst an unserem 2. Treffen 2016 teilnehmen, was auch wieder in Haigerloch stattfand.
Diese wertvolle Verbundenheit hat wohl seine Frau Irmgard dazu bewogen, Pater Albert Schrenk zu fragen, ob er nicht bereit sei, den Trauergottesdienst zu übernehmen. Albert sagte zu; Günther Konstanzer, auch ein ehemaliger Klassenkamerad aus der Haigerlocher Zeit, und ich haben ihn begleitet. Nach einer würdevollen Beisetzungszeremonie geleitet von Albert durften wir drei mit Otto Martins Familie noch beim Abendessen zusammen sein. Bei Dunkelheit und leichtem Regen ging es für uns drei, tief bewegt von dem Tagesgeschehen, wieder zurück in den vertrauten Zollern-Alb- Kreis.
Balingen, den 2.11.2022
Gustl Teichmann