P. Werner Wanzura
von Hajo Stenger
Mit den folgenden Worten beginnt der „in memoriam-Bericht“ über P. Hubert Bonke:
„Wir nannten uns in Trier das TRIO: Hubert Bonke, Werner Wanzura, genannt Tango, und Hajo
Stenger. Was uns zusammengeführt hat, vermag ich heute nicht mehr zu sagen. Bereits 5 Jahr
zuvor
hatten wir uns in der Kreuzburg kennen gelernt. Werner war schon ein Jahr vorher von
Haigerloch
aus dorthin gekommen und Hubert hatte bei den Weißen Vätern in Rietberg die Unterstufe
durchlaufen. Ich meinerseits war ebenfalls kurz nach Ostern 1959 von Haigerloch nach
Großkrotzenburg gewechselt. Ab UII war dann Werner auch in unserer Klasse. In der Kreuzburg
haben uns eigentlich wenige Gemeinsamkeiten verbunden, allenfalls war es das damals recht
intensiv betriebene Schachspiel, das zwei von den oben Genannten an einen Tisch gebracht
hat.
Hubert zeichnete sich bereits während dieser Zeit als besonders intensiver Raucher aus;
Reval
ohne Filter war seine Marke und so mancher Glimmstängel dampfte kontinuierlich über seine
Lunge.
Werner musste bereits nach UI ohne Abitur nach Trier zum Studium der Philosophie. Hier fand
für
ihn, wie auch für die von Langenfeld kommenden Spätberufenen ein propädeutisches Jahr statt,
sodass er zum Sommersemester 1964 wieder zusammen mit den beiden anderen in einem Kurs in
Trier
war. Auf jeden Fall haben wir uns gut verstanden und nach dem Prinzip „semper tres“ einige
gemeinsame Unternehmungen gestartet, so z.B. Spaziergänge, Lerngruppe u.a.m. An eine Aktion
kann
ich mich noch recht gut erinnern. Alle Studenten hatten ihre Zimmer im Dachgeschoss.
Gegenseitige Zimmerbesuche waren eigentlich nicht gern gesehen. So haben wir drei über den
Speicher Verbindungsdrähte verlegt, sodass wir praktisch über ein privates Telefon jederzeit
miteinander kommunizieren konnten…“.
Eine besondere Aktion war der Aufbau einer alten Orgel aus meiner Frankfurter Heimatgemeinde in einem Petite Seminaire in Bouvigny-Boyeffles bei Arras in Nord-Frankreich. Bei dieser Tätigkeit in den Semesterferien war das Trio federführend und das hat auch die drei fester zusammengeführt.
Werner war für eine kurze Zeit in Afrika, hat aber dann in Köln an der Ökumenischen Kontaktstelle für Nichtchristen (ÖKNI), die sich 1988 in Referat für interreligiösen Dialog umbenannte und derzeit als Referat Dialog und Verkündigung firmiert, mitgearbeitet. Zuletzt, es dürften etwa die letzten 10-20 Jahre gewesen sein, war er Hausgeistlicher im Altersheim der Franziskanerinnen in Aachen.
Ich hatte Werner wie üblich zu Weihnachten 2024 einen Brief mit umfangreichem Lagebericht geschickt und wartete auf die Antwort. Am Montag, 13. Januar 2025, rief mich dann eine Schwester Barbara von den Franziskanerinnen im Altersheim an und teilte mir mit, dass Werner wegen einer schweren Kieferoperation im Krankenhaus ist und dass er nicht sprechen könnte. Er habe sie beauftragt, mich zu kontaktieren und mir seinen kritischen Zustand zu schildern. Überrascht war ich dann, als diese Schwester mich einige Tage später, am 16. Januar wiederum telefonisch kontaktierte, um mich über den Tod von Werner zu informieren.
Ein guter Freund, ein Missionar mit eigenem Stil ist von uns gegangen und hat den ewigen, himmlischen Frieden gefunden. Wir werden an ihn denken und für ihn beten.
Stadecken, den 18.01.2025
Hajo Stenger