P. Toni Weidelener
Geboren am 21.09.1934 in Biberach an der Riss
Missionseid am 24.01.1961 in Karthago
Priesterweihe 15.07.1961 in Aalen
Gestorben am 05.04.2020 in München
Pater Toni Weidelener
Anton hatte eine schwierige Kindheit und abwechslungsreiche Jugendjahre. Sein Vater war
Polizeibeamter und, bedingt durch seine Karriere, musste die Familie häufig den Wohnort wechseln.
1942 ließ sich sein Vater in den Warthegau, heute Polen, versetzen. Ganz der Ideologie der damaligen
Zeit verfallen, hat der Vater jedes religiöse Leben in der Familie untersagt. Sonntagsmesse und Gebet
waren nicht mehr in ihrer Linie. Im Januar 1945 mussten sie vor den Russen fliehen. Bei der Großmutter in Mosburg/Buchau fanden sie auf ihrem Bauernhof Zuflucht bis 1949. Sie und seine Mutter waren
Antons große Stützen für seine Berufung zum Priester und Missionar. Durch die rege und enge Bekanntschaft mit P. Rauscher, ging er 1947 nach Haigerloch ins Internat, dann nach Großkrotzenburg,
wo 1955 das Abitur ablegte. Sein Vater wollte, dass er nun zur UNI gehe. Dass Anton sich ihm widersetzte, hat das Verhältnis zum Vater immer belastet. Erst durch sein Kommen zur Diakonatsweihe in
Karthago hat er sein Einverständnis gezeigt. Die Priesterweihe empfing P. Weidelener in Aalen.
Seine erste Ernennung war Haigerloch. Nach einem halben Jahr gings weiter nach München,
um für das PMK/Aachen in den Schulen der Dekanate Oberbayerns die Missionsbegeisterung zu wecken. 1965 erhielt er seine Ernennung nach Ober Volta (Burkina Faso). In der Diözese Koupela konnte
er segensreich wirken. Er sprach immer von einem Pfingstfrühling, wie er sich niemals hätte träumen
lassen. 1979 wurde diese Zeit abrupt unterbrochen. Von der direkten Pastoral sollte er zur Entwicklungspastoral im BEL (Bureau d‘Etude et de Liaison) in Ouagadougou wechseln. 1988 bat man Toni die
Berufswerbung für die WV. zu beginnen. Eine schwierige Zeit, da diese Aktivität von vielen Bischöfen
nicht gern gesehen wurde.
Von 1992 bis 1997 war P. Weidelener Provinzial in Deutschland. Er meinte später, dass dies die
schwierigste Zeit in seinem Leben gewesen sei. Das Afrika-Center in Berlin wurde eröffnet, Haigerloch, Hörstel und Trier zum Wohle der älteren Mitbrüder umgebaut. Ein schwieriger Einschnitt war die
Schließung von CIBEDO.
Zurück in Afrika wurde P. Weidelener 1998 Pfarrer der von den Jesuiten verlassenen Pfarrei
Johannes XXIII. . Ein neues Gemeindezentrum mit Pfarrhaus, Kirche und sozialen Einrichtungen wurde
in der damaligen Stadtrandgemeinde errichte. 2006 konnte der Bischof die Kirche einweihen. In der
Zwischenzeit hatten sich gesundheitliche Probleme eingestellt. In Begleitung eines Mitbruders kam er
nach Deutschland zurück. Nach der dringenden Operation erholte sich Ton schon bald, sodass er 2009
die Leitung der Gemeinschaft in Köln übernehmen konnte. Nach seinem 80. Geburtstag verabschiedete er sich und zog nach München. Dort verstarb er im Krankenhaus Augustinum.