Die Klepfer

Webseite ehemaliger Schüler der Weißen Väter und ihrer Weggefährten

Presse

Klepfer finden sich

Da kam doch gestern eine E-Mail von Alfred Epple, unserem unermüdlichen Klepfermeister. Bei diesem Absender klopft schon mein Herz in freudiger Erwartung, denn ich vermute, dass da irgendwelche spannenden Nachrichten aus früheren Tagen bei mir eingehen. Fidel Fischer hatte ich zwar nicht mehr in Haigerloch kennengelernt, jedoch die in diesem Zusammenhang erwähnte Todesanzeige von Anton Schäfer interessierte mich, weil ich den Namen Schäfer mit Rangendingen verbinden konnte, hatte ich doch selbst in Haigerloch zwei geschwisterliche Mitschüler in der Klasse unter mir mit diesem Namen und aus diesem Örtchen stammend. Sogleich schaute ich mir die verlinkte Todesanzeige an und las bei den trauernden Angehörigen die Namen Matthias mit Familie und Johannes mit Familie. Jetzt wurde ich neugierig und blätterte in meinem Haigerlocher Schülerregister, mit Erfolg, denn ich fand unter der Nummer 1850 den Verstorbenen, der am 26.4.1960 in die Klasse 1 eingetreten ist. Bei weiterem Durchblättern fand ich auch die Geschwister des Verstorbenen Matthias und Johannes, die damals am 1.5.1957 in die Quinta eingestiegen sind. Ich erinnere mich noch gut an die beiden sehr kraftvollen Knaben. Und wenn ich schon mal dieses bemerkenswerte Nachschlagewerk in Händen halte, fliegen meine Augen auch über andere Namen und manche Bilder erwachen in meiner Erinnerung. Und so blieben meine Augen an Nr. 1755 hängen: Gunthart Schrabback, der am 11.10.1956 nach Haigerloch gekommen war. Es war dies ein Junge, der aus meiner Heimatpfarrei in Frankfurt stammte und den ich von den Messdienern her kannte. Er wohnte mit seiner Familie recht weit von der Pfarrkirche entfernt, war aber als Messdiener oft zur Stelle. Gunthart war zwar nicht in Frankfurt geboren, hatte sich aber gut dort eingelebt. Er kam dann auch in meine Klasse und tat sich wohl zunächst etwas schwer. Es war kein Problem, Gunthart über Google zu finden, denn der Name ist ja nicht gerade alltäglich. Er wurde u.a. als ehrenamtlicher Mitarbeiter von Radio Horeb aufgelistet. Dazu gab es unter diesem Namen zwei Adressen, eine in Bad Ems, eine zweite in Holzheim im Rhein-Lahn-Kreis, jeweils mit Telefonnummer. Also rief ich ganz spontan die zweite Nummer an und am Telefon war sofort Gunthart. Er erkannte mich direkt und wir unterhielten uns über alte Zeiten. Ich hatte das Gefühl, dass wir alte Bekannte sind und oft miteinander reden, obwohl wir uns vor 63 Jahren zuletzt gesehen und gehört haben. Wie sich schnell herausstellte, hatte er früher in Bad Ems gewohnt und ist dann nach Holzheim umgezogen. Er konnte sich noch an viele Einzelheiten von damals erinnern, so beispielsweise an meine Orgelbasteleien in Haigerloch. Mir war noch sein Spitzname bekannt, den wir ihm damals gegeben hatten: Strampel bzw. Strampelchen. Wie es zu dieser Bezeichnung kam, ist mir heute nicht mehr bekannt. … Gunthart vermutet, dass ich den Ausdruck geprägt habe, weil ich damals kleine Geschwister gehabt hatte.
Aus unserer Pfarrei Heilig-Kreuz in Frankfurt-Bornheim kam damals noch ein weiterer Knabe nach Haigerloch: Gerhard Wagenknecht. Meines Wissens begann er in der Klasse unter uns seine Missionshauslaufbahn. Seine Mutter und meine Mutter kannten sich noch aus der Frohschararbeit in der Pfarrei. Gerhard ist heute Rechtsanwalt in Offenbach.



Die Quarta im Mai 1958 vor dem Hauseingang im Innenhof des Missionshauses: Gunthart Schrabback ist der 4. von links mit der hellen Hose
Stadecken-Elsheim 12.06.2022

Hajo Stenger, ergänzt von Gunthart Schrabback