Von Ochsenhausen nach Subiaco
Lauf zur Wiege des Benediktinerordens
In dieser Rubrik erscheinen Berichte über Aktivitäten ehemaliger Klepfer nach dem Weggang von den Weißen Vätern. Es sind in der Regel karitative, interessante Aktivitäten, die auch ein Zeugnis für die Prägung durch die Zeit bei den Weißen Vätern sind. Im folgenden berichtet Hans Geisinger über einen spektakulären "Staffellauf" von Ochsenhausen nach Subiaco in der Nähe von Rom.
Schon die Griechen in der Antike wussten um die verbindende Kraft des sportlichen Wettkampfs und so
entstanden die Olympischen Spiele, bei denen die Völker im sportlichen Wettkampf ihre Kräfte maßen.
In diesem Olympischen Geist und mit dieser völkerverbindenden Idee starteten im Mai 1990 zehn
ambitionierte und routinierte Langläufer aus Ochsenhausen zu ihrer Partnerstadt Subiaco ca. 70 km
südöstlich von Rom.
Insgesamt startete ein Tross von 23 Personen, um in sechs Tagen die über 1100 km entfernte Partnerstadt Subiaco zu erreichen.
Die Partnerschaft besteht seit 1989. Eine gemeinsame geschichtliche Wurzel verbindet die beiden Städte: Subiaco gilt als Wiege des westlichen Mönchtums, des Benediktinerordens und auch das ehemalige Ochsenhausener Kloster wurde von den Benediktinern gegründet.
Mehrere der Läufer waren auch schon beim Non-Stop-Lauf 1987 dabei als die zweite Partnerstadt La Fére in der Picardie angelaufen wurde.
Leitung: Franz Baur, R. Utz
Dieses Team hatte die Gesamtleitung übernommen. Lange Tage und kurze Nächte waren ihr Los.
Außerdem mussten sie dafür sorgen, dass wichtige Nachrichten bei allen Gruppen ankamen. Von
den übrigen Teilnehmern wurden sie respektvoll mit Decknamen belegt: "1. Offizier: Rainer
Utz
und Kapitän Franz Baur".
Lauf 1
Dieses Team musste (durfte) den Lauf eröffnen und somit Pionierarbeit leisten.
Die anderen Laufgruppen konnten noch beobachten. Da die Gruppe vier Läufer hatte, waren auch
die Arbeitseinsätze entsprechend lang. Außerdem hat diese Gruppe jeweils die Frühschicht
übernommen.
Lauf 2 (Mein VW-Bus)
Diese Mannschaft hat jeweils die "Mittelschicht" übernommen. Sie hatten die Aufgabe, die
gerade laufende Gruppe zu suchen und deren Arbeit fortzusetzen. So war jeder Tag zerstückelt
mit Suchen, Laufen und Fahren. Sie mussten sich auch entsprechend bemerkbar machen, um von
der nachfolgenden Gruppe gefunden zu werden.
Läufer: Alfred Klumpp, Hans Geisinger, Rolf Berger
Fahrer: Roswitha und Franz Wohlhaas
Lauf 3
Diese Gruppe hat jeweils die letzte Schicht übernommen. Sie hatte somit die etwas
unangenehme Aufgabe, die Nachtetappe "nach Hause zu laufen". Das Nachtquartier musste auch
bei völliger Dunkelheit aufgeschlagen werden. So musste der letzte Läufer auf den üblichen
Kameradengruß verzichten, weil diese sich bereits in den Schlafsack verkrochen hatten.
Läufer: Johannes Öhmig, Helmut Pfaller, Wolfgang Schlecht
Fahrer: Gustl und Wiebke Daiker
Schnappschüsse von der Route
Der Aufenthalt in Subiaco
Nach den anstrengenden Tagen war Erholung im Hotel Vignola dringend nötig. Betreut wurden wir von
einem Orden, in dem Pater Michael Joser aus Dettingen lebte. Es gab daher keine Sprachprobleme.
Abends
trafen wir uns bei Wein und Gesang im Klostergarten.
Tags darauf fand unter Leitung von P. Joser der Besuch von Rom statt und unsere Fanfarenbläser
Klumpp und Pfaller bliesen nach der Führung im Petersdom und dem kräftigen Begleiten des "Großer
Gott" noch von der höchsten Spitze des berühmten Doms einige Kirchenlieder. Ein Dank für das
gelungene Unternehmen!
Nach zahlreichen Feiern mit Lauffreunden und der Prominenz von Subiaco traten wir die Rückreise an, gefüllt mit Erinnerungen an eine große sportliche Leistung und Begegnungen mit freundlichen und liebenswerten Menschen.
Anmerkung: Seit der Gründung der Partnerschaft gibt es lebendige und intensive Begegnungen zwischen den Bürgern der Partnerstädte. Jährlich findet mindestens ein Treffen statt, sowohl bei Bürgerbegegnungen als auch auf musikalischer oder sportlicher Ebene.
Es war unser Lauf, der den Auftakt für viele sportliche und kulturelle Begegnungen bildete. Darauf können wir bis heute stolz sein.