Wie ich zu den WV kam
So verging die Zeit und ich hatte eigentlich nicht die
Absicht, Pfarrer zu werden, hauptsächlich deshalb, weil ich nicht
von zu Hause weggehen wollte.
Und dann kam das einschneidende Ereignis: Die Primiz von P. Andreas
Edele (siehe Bild: Der Primiziant wird von seinem Elternhaus
abgeholt und in die Kirche begleitet). Ich war schlichtweg hingerissen. So ein junger Pater, der
bei allen Leuten in Stetten so ankam, so erfrischend predigte und
auch sonst ganz anders war als die Geistlichen, die ich bisher
kannte. So etwas wollte ich auch werden. Und auch ich wollte nach Afrika und meine romantischen Vorstellungen von "Heidenkindern", wilden Tieren und wunderbarer Natur ausleben. Ich weiß noch heute, wie
ich mit meiner Mutter zu P. Buse zur Anmeldung ging. Der hat mir
Mut gemacht und ab da wollte ich nur noch Afrikamissionar werden.
Im April 1960 war es dann soweit und mein Onkel Josef fuhr uns mit
dem PKW ins Missionshaus. Ich weiß noch, dass mir der Abschied sehr
schwer fiel, aber das war schnell vergessen, weil ich mich unter
den neuen Schulkameraden sehr angenommen fühlte. Von da an nahmen
die Dinge ihren Lauf. Das Berufsziel Afrikamissionar hatte ich
jahrelang vor Augen. Warum ich es dann aufgegeben habe? Das ist
eine andere Geschichte.
Alfred Epple, 24.6.2018