Die Klepfer

Webseite ehemaliger Schüler der Weißen Väter und ihrer Weggefährten

Aus dem Afrikabote, 1934

Afrikabotenwerbung
Geschichte und Eigenart des Afrikaboten.

Die Geschichte des Afrikaboten hebt mit seiner Gründung an. Diese ist das Werk von Pater Leo Pfeffermann, des ersten Obern des Missionshauses zu Trier. Er richtete die Monatsschrift ein und gab ihm das Oktavformat und der einzelnen Nummer die Stärke von zwei Bogen (32 Seiten). Der erste Jahrgang, 1894/95, erschien in Doppelheften, so dass er innerhalb eines halben Jahres beendet war. [...]
Während der ersten sechs Jahrgänge wurde der Druck, Verlag und Versand des Afrikaboten durch die Löwenberg‘sche Buchdruckerei (N. Disteldorf), Trier besorgt.
Pfeffermann
Die Bezieherzahl bewegte sich während dieser ersten Periode zwischen 4-6000. Mit dem 1. Oktober 1900 trat ein Wechsel ein. Er vollzog sich unter P. Josef Froberger, dem neuen Schriftleiter, der im Mai 1899 der Nachfolger des Hochwürdigen Herrn P. Pfeffermann geworden war. Er ließ die Drucklegung durch die Firma Fredebeul u. Koenen, Essen, besorgen. Den Verlag und Versand aber übernahm das Missionshaus der Weißen Väter in Trier. - So blieb es bis zum Oktober 1906. Von da an wurde der Afrikabote wieder in Trier gedruckt. Es geschah zunächst durch die Verlagsanstalt Schaar u. Dathe. Sie druckte die Jahrgänge 13-17 einschließlich (1906 – 1911). Am Ende dieser Periode zählte man gegen 12000 Bezieher. Das Erstarken und Aufblühen der Monatsschrift ist zum großen Teil das Verdienst des rührigen und umsichtigen P. Max Donders. Er übernahm die Schriftleitung am 1. Juni 1905 und behielt sie – eine zweijährige Unterbrechung abgerechnet – bis zum August 1912 bei. Die Aufwärtsbewegung in der Bezieherzahl, die unter ihm eingesetzt hatte, hielt in den folgenden Jahren im großen und ganzen an und erreichte schließlich den Höchststand von 27 000. Unter den Nachwirkungen der Inflation und der noch andauernden wirtschaftlichen Krise ging die Bezieherzahl wieder um einige Tausend zurück. - P. Donders wurde in der Schriftleitung durch P. M. Hallfell abgelöst, der sie bis zur Stunde weiterführt.
Pfeffermann
Charakter und Eigenart erhielt der Afrikabote von seinem Gründer, dem Hochwürdigen Herrn P. Pfeffermann, der zur Einführung der Zeitschrift Ziel und Zweck, Mittel und Wege klar und deutlich herausstellte. Er schrieb in der ersten Nummer: „Um den Eifer für die katholischen Missionen in Deutsch-Ostafrika zu unterhalten und womöglich zu steigern, um eine beständige Verbindung zwischen unsern Wohltätern und dem von ihnen unterstützten Werke herzustellen und ihnen von Zeit zu Zeit über die Fortschritte dieser blühenden, vielversprechenden Missionen berichten zu können, haben wir uns mit Erlaubnis unserer Obern entschlossen, eine kleine Missionszeitschrift erscheinen zu lassen.“ (vergl. mit der folgenden Textkopie aus dem AB Jahrg. 1895). Treu diesem Programm war die Schriftleitung von Anfang an bemüht, aus den zuverlässigsten Quellen zu schöpfen, um durch geschichtliche, landund völkerkundliche Aufsätze die Kenntnis über die afrikanischen Land- und Völkerschaften zu verbreiten und zu vervollständigen; um die heimische Christenheit mit dem religiösen, moralischen und wirtschaftlichen Elend der afrikanischen Heidenwelt bekannt zu machen und zur opferfreudigen Mitarbeit an der Bekehrung derselben anzuspornen; um durch Schilderung der Missionsarbeit und der Missionserfolge die Liebe zu unserer hl. Mutter, der Kirche, und die Vertiefung des religiösen Lebens in der Heimat fördern zu helfen. [...]
Text
Von Anfang an hatte sich der Afrikabote die Aufgabe gestellt, Bindeglied zu sein zwischen den Wohltätern in der Heimat und dem Missionswerk der Weißen Väter. Da diese nach ihren Regeln nur in Afrika missionieren, so musste die Hauptbotschaft, die der Bote seinen Lesern brachte, über die Missionsarbeit in Afrika handeln. Doch konnte und durfte er dabei die Entwicklung in der Heimat nicht übersehen. Im großen geistigen Feldzug der Mission ist die christliche Heimat wie eine Etappe, in der die Streitkräfte gesammelt und vorbereitet und die nötigen Mittel aufgebracht werden. Die Entwicklung in der Heimat. Als Zeitschrift der deutschen Provinz der Weißen Väter hat der Afrikabote die Entwicklung dieser Provinz in erster Linie von ihren Anfängen bis heute als treuer Berichterstatter mitgemacht. Schon in den ersten Jahren ihres Bestehens hatte die Gesellschaft deutsche Mitglieder in ihren Reihen gezählt. Aber erst am 15. August 1890, vier Jahre bevor der Afrikabote in Leben trat, war in Marienthal (Luxemburg) das erste Haus der Gesellschaft zu Heranbildung deutscher Patres und Brüder eröffnet worden. Dank dem Entgegenkommen der preußischen Regierung konnte die Missionsschule im Jahre 1894 nach Trier verlegt werden, wo die Zöglinge das staatliche Gymnasium besuchten. Ihr erstes Heim fand die Schule in einem Miethause am Barbaraufer; aber schon 1898 konnte man in das ehemalige Clarissenkloster in der Dietrichstraße übersiedeln. Erster Oberer war P. Leo Pfeffermann. Unter seinem Nachfolger, P. Josef Froberger, wurde der Schule im Jahre 1899 ein philosophisches Seminar angegliedert. Der Studiengang war so, das die Kandidaten nach der staatlichen Reifeprüfung und dem zweijährigen Philosophiekursus in Noviziat nach Algier und von da ins gemeinsame Scholastikat der Gesellschaft nach Karthago übersiedelten, wo sie die hl. Weihen empfingen. Seit dem Jahre 1906 kehrten die deutschen Novizen nach Trier zurück, um dort ihre theologischen Studien zu vollenden. Damit war das Haus in Trier Vollseminar geworden.
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Da die Räumlichkeiten für Seminar und Missionsschule zu eng wurden, gründete P. Froberger im Jahre 1903 für die unteren Gymnasialklassen die Missionsschule zu Haigerloch (Hohenzollern) und im Jahre 1907 für die oberen Klassen das Haus Altkirch im Elsaß, wo die Zöglinge am staatlichen Gymnasium die Reifeprüfung ablegten. Kurz vor Ausbruch des Krieges erteilte die Regierung auch die Erlaubnis zur Niederlassung zu Rietberg in Westfalen; doch konnte der Bau des St.-Josefs-Hauses erst nach dem Krieg begonnen werden. Da nach Friedensschluss das Haus in Altkirch für die deutsche Provinz verloren war, siedelten die obern Klassen in die neue Niederlassung nach Linz über. Für die unteren Klassen wurde 1926 zu Zaitskofen (Bayern) eine Schule eröffnet. Endlich konnte 1928 zu Groß- krotzenburg bei Hanau eine eigene Schule für die obern Gymnasialklassen gegründet werden, die 1933 die staatliche Anerkennung als Obergymnasium erhielt und die Schüler zur Reifeprüfung führt. [...]
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Erst im Jahre 1905 begannen die ersten Priester aus den deutschen Missionsschulen hervorzugehen. Es waren in den nächsten Jahren immer nur wenige. Am Vorabend des Krieges zählte das Seminar 35 Alumnen, die Missionsschulen einige hundert Zöglinge. Das Werk schien einen schnelleren Aufschwung zu nehmen. Der Krieg brachte wieder einen gewaltigen Rückschlag. Nicht weniger als 168 deutsche Mitglieder und Zöglinge der Gesellschaft standen im Felde, 33 starben den Heldentod für‘s irdische Vaterland, nachdem sie ihr Leben der Ausbreitung des geistigen Gottesreiches geweiht hatten. Nach dem Kriege setzte dann eine schnellere Aufwärtsbewegung ein. Mehr und mehr füllten sich die Räume des Theologenseminars in Trier. Im Jahre 1926 konnten 11 junge Priester geweiht werden, seither jedes Jahr ein stattliche Zahl. Im Jahre 1934 zählte die deutsche Provinz der Gesellschaft 98 Patres und 145 Brüder; davon sind in den Missionen 34 Patres und 64 Brüder. Im Noviziat zu Marienthal bereiten sich 14 Kleriker und 41 Brüdernovizen, im Philosophicum zu Linz 53 Alumnen, im Scholastikat zu Trier 49 Theologen und in den Missionsschulen rund 300 Zöglinge auf den Missionsberuf vor. Schon im Jahre 1905 waren die deutschen Niederlassungen der Weißen Väter zu einer eigenen Provinz vereinigt worden. Erster Provinzial war P. Josef Froberger, ihm folgte im Jahre 1910 P. Theodor Frey und im Jahre 1926 P. Georg Steinhage. [...]
Nach Maßgabe der Ausbreitung der Gesellschaft in andern Ländern erhielt auch der Afrikabote Schwesternzeitschriften in anderen Sprachen. Vorausgegangen waren ihm die französische Ausgabe „Missions d‘Afrique des Pères Blancs“ (seit 1871), die beiden belgischen Ausgaben „Missions d‘Afrique des Pères Blancs“ (seit 1880) und „Maandschrift der Missionarissen van Afrika“ (seit 1881) und eine holländische „Annalen van de Afrikanische Missien“ (seit 1883). Es folgten ihm zwei amerikanische, eine in französischer Sprache „Missions d‘Afrique des Pères Blancs“ (seit 1904) und eine in englischer Sprache „The African Missions of the White Fathers“ (seit 1909), eine italienische „Le Missioni die Padri Bianchi in Afrika“ (seit 1922), eine englische „The African Missions“ (seit 1908) und eine elsässische „Afrikastimmen“ (seit 1921). Die Schwestern geben in verschiedenen Sprachen und Ländern eine meist vierteljährlich erscheinende Chronik heraus.

Anmerkung: Hier folgt nun eine recht ausführliche Darstellung des Missionswerks ab dem Erscheinungsjahr des Afrika-Bote 1894 bis 1934 über die Erfolge der Missionstätigkeit der Afrikamissionare mit dem Untertitel: „Die Entwicklung in Afrika.“, ... wie sie sich in den 40 Jahrgängen des Afrikaboten widerspiegelt.

Textauswahl und Gestaltung: Dr. Wolfgang Völker, Lengerich/Westf.

Abbildungen: Afrika-Bote, Jahrg. 2 von 1895 und Jahrg. 40 (1934); histor. Ansichtskarte (Verlag unbek.)