Aus dem Afrikabote, 1934
Geschichte und Eigenart des Afrikaboten.
Die Geschichte des Afrikaboten hebt mit seiner Gründung an. Diese ist das Werk von Pater Leo Pfeffermann, des ersten Obern des Missionshauses zu Trier. Er richtete die Monatsschrift ein und gab ihm das Oktavformat und der einzelnen Nummer die Stärke von zwei Bogen (32 Seiten). Der erste Jahrgang, 1894/95, erschien in Doppelheften, so dass er innerhalb eines halben Jahres beendet war. [...]
Während der ersten sechs Jahrgänge wurde der Druck, Verlag und Versand des Afrikaboten durch die Löwenberg‘sche Buchdruckerei (N. Disteldorf), Trier besorgt.
Da die Räumlichkeiten für Seminar und Missionsschule zu eng wurden, gründete P. Froberger im Jahre 1903 für die unteren Gymnasialklassen die Missionsschule zu Haigerloch (Hohenzollern) und im Jahre 1907 für die oberen Klassen das Haus Altkirch im Elsaß, wo die Zöglinge am staatlichen Gymnasium die Reifeprüfung ablegten. Kurz vor Ausbruch des Krieges erteilte die Regierung auch die Erlaubnis zur Niederlassung zu Rietberg in Westfalen; doch konnte der Bau des St.-Josefs-Hauses erst nach dem Krieg begonnen werden. Da nach Friedensschluss das Haus in Altkirch für die deutsche Provinz verloren war, siedelten die obern Klassen in die neue Niederlassung nach Linz über. Für die unteren Klassen wurde 1926 zu Zaitskofen (Bayern) eine Schule eröffnet. Endlich konnte 1928 zu Groß- krotzenburg bei Hanau eine eigene Schule für die obern Gymnasialklassen gegründet werden, die 1933 die staatliche Anerkennung als Obergymnasium erhielt und die Schüler zur Reifeprüfung führt. [...]
Erst im Jahre 1905 begannen die ersten Priester aus den deutschen Missionsschulen hervorzugehen. Es waren in den nächsten Jahren immer nur wenige. Am Vorabend des Krieges zählte das Seminar 35 Alumnen, die Missionsschulen einige hundert Zöglinge. Das Werk schien einen schnelleren Aufschwung zu nehmen. Der Krieg brachte wieder einen gewaltigen Rückschlag. Nicht weniger als 168 deutsche Mitglieder und Zöglinge der Gesellschaft standen im Felde, 33 starben den Heldentod für‘s irdische Vaterland, nachdem sie ihr Leben der Ausbreitung des geistigen Gottesreiches geweiht hatten. Nach dem Kriege setzte dann eine schnellere Aufwärtsbewegung ein. Mehr und mehr füllten sich die Räume des Theologenseminars in Trier. Im Jahre 1926 konnten 11 junge Priester geweiht werden, seither jedes Jahr ein stattliche Zahl. Im Jahre 1934 zählte die deutsche Provinz der Gesellschaft 98 Patres und 145 Brüder; davon sind in den Missionen 34 Patres und 64 Brüder. Im Noviziat zu Marienthal bereiten sich 14 Kleriker und 41 Brüdernovizen, im Philosophicum zu Linz 53 Alumnen, im Scholastikat zu Trier 49 Theologen und in den Missionsschulen rund 300 Zöglinge auf den Missionsberuf vor. Schon im Jahre 1905 waren die deutschen Niederlassungen der Weißen Väter zu einer eigenen Provinz vereinigt worden. Erster Provinzial war P. Josef Froberger, ihm folgte im Jahre 1910 P. Theodor Frey und im Jahre 1926 P. Georg Steinhage. [...]
Nach Maßgabe der Ausbreitung der Gesellschaft in andern Ländern erhielt auch der Afrikabote Schwesternzeitschriften in anderen Sprachen. Vorausgegangen waren ihm die französische Ausgabe „Missions d‘Afrique des Pères Blancs“ (seit 1871), die beiden belgischen Ausgaben „Missions d‘Afrique des Pères Blancs“ (seit 1880) und „Maandschrift der Missionarissen van Afrika“ (seit 1881) und eine holländische „Annalen van de Afrikanische Missien“ (seit 1883). Es folgten ihm zwei amerikanische, eine in französischer Sprache „Missions d‘Afrique des Pères Blancs“ (seit 1904) und eine in englischer Sprache „The African Missions of the White Fathers“ (seit 1909), eine italienische „Le Missioni die Padri Bianchi in Afrika“ (seit 1922), eine englische „The African Missions“ (seit 1908) und eine elsässische „Afrikastimmen“ (seit 1921). Die Schwestern geben in verschiedenen Sprachen und Ländern eine meist vierteljährlich erscheinende Chronik heraus.
Anmerkung: Hier folgt nun eine recht ausführliche Darstellung des Missionswerks ab dem Erscheinungsjahr des Afrika-Bote 1894 bis 1934 über die Erfolge der Missionstätigkeit der Afrikamissionare mit dem Untertitel: „Die Entwicklung in Afrika.“, ... wie sie sich in den 40 Jahrgängen des Afrikaboten widerspiegelt.
Textauswahl und Gestaltung: Dr. Wolfgang Völker, Lengerich/Westf.
Abbildungen: Afrika-Bote, Jahrg. 2 von 1895 und Jahrg. 40 (1934); histor. Ansichtskarte (Verlag unbek.)