Der Westfale und Afrikamissionar Max Donders aus Bocholt
neue Entdeckungen über sein Lebenswerk in Äquatorialafrika
von Dr. Wolfgang Völker und Hans-Ulrich Duwendag Lengerich
Das Bildmaterial und die Rechte daran liegen bei den Afrika-Missionaren Weisse Väter,
Köln.
Vor über einhundert Jahren, im Januar 1909, folgte ein Priester namens Max Theodor Franz Donders aus
Bocholt dem in Trier weilenden Bischof Jean-Joseph Hirth nach Deutsch-Ostafrika an den Viktoria-See.
Beide gehörten zur Gesellschaft der Weißen Väter, einem Orden bestehend Priestern und Laienbrüdern, die
Nord- und Zentralafrika missionieren wollten. Bischof Hirth brachte erst 1900 unter großen Gefahren das
Christentum nach Ruanda, das seinerzeit zu Deutsch-Ostafrika gehörte.
Die Autoren Hans-Ulrich Duwendag und Dr. Wolfgang Völker aus Lengerich haben bei ihren Recherchen zur deutschen Kolonialzeit über Ruanda im Archiv der Weißen Väter in Köln die Personalakte und alte Fotografien von Max Donders entdeckt. Diese Funde fanden Eingang in ihre jüngste Publikation unter dem Titel: „Ruanda und die Deutschen – Missionare als Zeitzeugen der Kolonialgeschichte.“ (Lit-Verlag, Münster, http://www.lit-verlag.de/isbn/3-643-13872-9).
Das Buch beleuchtet die Kolonialgeschichte Ruandas mit bisher unveröffentlichtem Bildmaterial der Missionare der Gesellschaft der Weißen Väter und ihre Berichte. Neue Facetten und Daten zum Beziehungsgeflecht und zu Konflikten zwischen dem ruandischen König Musinga, der Bevölkerung des Landes, der deutschen Kolonialtruppe, der deutschen Kolonialverwaltung und den Missionaren werden darin sichtbar. Das Buch dokumentiert inbesondere die Leistungen und Spuren deutscher Missionare in Ruanda über einen Zeitraum von einem halben Jahrhundert. Und zu diesen wenigen Missionaren zählte auch Max Donders aus Bocholt.
Wer sich mehr für das historische Umfeld interessiert, in welchem sich Pater Max Donders von 1909 (Rubya) bis zu seinem Tode 1966 (Sumve) bewegt hat und wie er gearbeitet hat, und welche Freuden und Leiden ihm und seinen Mitbrüdern widerfahren sind, der kann das nach der Lektüre dieses Buches anschaulich nachvollziehen.
In einem Brief an seine Angehörigen in Bocholt schreibt Max Donders unter der Überschrift „Pater Schulinspektor“ mit Datum 3. Oktober 1927:
Das Buch wurde geschrieben für Leserinnen und Leser mit Interesse für Kolonialgeschichte, Missionsgeschichte und der frühen Reisefotografie. Es erinnert an die Gründung der Gesellschaft der Afrika-Missionare Weiße Väter und an den Geburtstag des Forschers und ersten Residenten von Ruanda, an Dr. Richard Kandt vor 150 Jahren.
Zur Erinnerung:
Pater Max Donders (geb. 23.8.1875 - † 27.7.1966)
Lehrer, Seminarleiter und Schulinspektor und einer der Vorgänger von Professor André Perraudin, dem späteren Erzbischof von Kabgayi/Ruanda.
Pater Max Donders aus Bocholt (Westfalen) am 15.4.1900 mit Eltern und Geschwistern. Er
wurde am
31.3.1900 in der Kathedrale von Karthago / Tunesien zum Priester geweiht. (Arch. W.V. Köln)
Bischof Jean-Joseph Hirth und die Patres Henry und Donders in Trier 1909 (v.li.n.re.).
(Arch. W.V. Köln)
Pater Knoll, Bruder Privatus und Pater Donders (v. li. n. re.) Anfang September 1927 in
Mibirizi. Max
Donders befand sich zu der Zeit auf seiner ersten Rundreise als Schulinspektor für
Ruanda-Urundi.
Fotograf unbekannt. Nachlass Bruder Privatus.
(Arch. W.V. Köln)
Die Autoren Hans-Ulrich Duwendag und Dr. Wolfgang Völker aus Lengerich haben bei ihren Recherchen zur deutschen Kolonialzeit über Ruanda im Archiv der Weißen Väter in Köln die Personalakte und alte Fotografien von Max Donders entdeckt. Diese Funde fanden Eingang in ihre jüngste Publikation unter dem Titel: „Ruanda und die Deutschen – Missionare als Zeitzeugen der Kolonialgeschichte.“ (Lit-Verlag, Münster, http://www.lit-verlag.de/isbn/3-643-13872-9).
Das Buch beleuchtet die Kolonialgeschichte Ruandas mit bisher unveröffentlichtem Bildmaterial der Missionare der Gesellschaft der Weißen Väter und ihre Berichte. Neue Facetten und Daten zum Beziehungsgeflecht und zu Konflikten zwischen dem ruandischen König Musinga, der Bevölkerung des Landes, der deutschen Kolonialtruppe, der deutschen Kolonialverwaltung und den Missionaren werden darin sichtbar. Das Buch dokumentiert inbesondere die Leistungen und Spuren deutscher Missionare in Ruanda über einen Zeitraum von einem halben Jahrhundert. Und zu diesen wenigen Missionaren zählte auch Max Donders aus Bocholt.
Wer sich mehr für das historische Umfeld interessiert, in welchem sich Pater Max Donders von 1909 (Rubya) bis zu seinem Tode 1966 (Sumve) bewegt hat und wie er gearbeitet hat, und welche Freuden und Leiden ihm und seinen Mitbrüdern widerfahren sind, der kann das nach der Lektüre dieses Buches anschaulich nachvollziehen.
In einem Brief an seine Angehörigen in Bocholt schreibt Max Donders unter der Überschrift „Pater Schulinspektor“ mit Datum 3. Oktober 1927:
Kürzlich wurde ich zum Bezirksschulinspektor für Ost- und Westruanda ernannt. Um die geplante Neuorganisation des Schulbetriebs in die Wege zu leiten, habe ich gleich in den nächsten Ferien eine größere Rundreise unternommen. Diese erste Inspektionsreise gehört zu den schönsten meines Lebens. Am 10. August brach ich von hier (Kabgayi) auf mit nur sieben Trägern, von denen zwei mein Reisezelt trugen. [...] Am 13. September schickte ich mich zur Rückreise an und kam nach sechs beschwerlichen Tagesmärschen wieder nach Kabgayi zurück. Gleich musste ich meine Jahresexerzitien beginnen; denn am 29. September sollten die Seminaristen aus den Ferien zurückkehren und der Kreislauf des Seminarbetriebes von neuem anfangen. Auf Wiedersehen, du schöne afrikanische Wildnis! Diese Ferienreise wird mir immer in angenehmer Erinnerung bleiben.Dieser hier auszugsweise vorgestellte Bericht eines deutschen Missionars, des Bocholters Max Donders, aus einem 90 Jahre alten Brief an seine Angehörigen ist nicht nur eine Zeitreise zurück in das alte Ruanda, sondern zeigt auch die kleinen aber stetigen Fortschritte des Landes hin zu einem modernen Schulsystem. Die Orte und Namen, welche Donders darin nennt, erinnern – ohne Wehmut - an die deutsche Kolonialzeit. In dieser Zeit wurde die Saat für ein modernes Ruanda ausgebracht.
Das Buch wurde geschrieben für Leserinnen und Leser mit Interesse für Kolonialgeschichte, Missionsgeschichte und der frühen Reisefotografie. Es erinnert an die Gründung der Gesellschaft der Afrika-Missionare Weiße Väter und an den Geburtstag des Forschers und ersten Residenten von Ruanda, an Dr. Richard Kandt vor 150 Jahren.
Zur Erinnerung:
Pater Max Donders (geb. 23.8.1875 - † 27.7.1966)
Lehrer, Seminarleiter und Schulinspektor und einer der Vorgänger von Professor André Perraudin, dem späteren Erzbischof von Kabgayi/Ruanda.