Webseite ehemaliger Schüler der Weißen Väter und ihrer Weggefährten
Aus der Chronik der Weißen Väter 1907
Personalia vom Missionshaus Haigerloch 1925 – 1926
Nachrichten aus dem Afrika-Bote Vol. 31 und 32
Bruder Privatus – von Haigerloch wieder unterwegs nach Ruanda
„Kleine Mitteilungen. Fünf deutsche Missionsbrüder für „Deutsch-Ost“. Wiederholt schon in den letzten
Jahren konnte unsere deutsche Provinz Missionskräfte in unsere weiten Arbeitsfelder entsenden auf
Posten, wo Verstärkung
besonders nottat. Allmählich wurden auch die Wege frei in die englische Verwaltungszone unseres alten,
lieben Deutsch- Ostafrika. [...] Fünf Missions- brüder bilden die auserwählte Erstlingstruppe, die für
unsere deutsche Provinz aufs neue die Wege bereitet in der schönen Kolonie. [...] Ja, zum Teil sind die
geschickten und ge- schätzten deutschen Missions- brüder bereits für Neu- gründungen ausersehen. Bruder
Germanus und Bruder Privatus, die einstmals kräftig zu kämpfen wussten, sowohl für Gottes Sache als auch
fürs Vaterland und die Erhaltung seines Schutzgebietes, haben als Reiseziel den blauen Tanganjikasee und
die schönen Ruandaberge, gleichfalls alte Bekannte.“ (AB 31/351)
Pater Peter Schumacher – der Lehrer aus Haigerloch als Pygmäenforscher
„Kleine Mitteilungen. Pater Schumacher auf einer Forschungsreise zu dem Zwergvolk der Batwa. - Nach
einem längeren Erholungsurlaub ist der den Lesern des „Afrika-Bote“ wohlbekannte Ruanda-Missionar, Pater
Schumacher, nach Zentralafrika zurückgekehrt. Auf Anregung des Herausgebers der internationalen
Zeitschrift „Anthropos“, des Hochwürden Hrn. P. W. Schmidt S. V. D., wurde ihm der Auftrag zuteil, eine
Forschungsreise zu dem Zwergvolk der Batwa zu unternehmen, dessen bedeutendste Siedlungen sich im
westlichen Grenzgebiete des sogenannten Kongo-Urwaldes befinden. Von dieser Reise verspricht man sich
wertvolle Beiträge zur Kenntnis der kulturellen, sozialen und religiös-sittlichen Lage eines der wenigen
Urvölker, die sich
bis zur Gegenwart erhalten haben, sowie großen Gewinn für die Apologetik (Rechtfertigung von
christlichen Glaubenslehrsätzen). - Daher ist es begreiflich, daß der Heilige Vater diese
Forschungsreise lebhaft begrüßt und eine namhafte geldliche Unterstützung zu ihrer Verwirklichung
gegeben hat.“ (AB 31/64)
P. Schuhmacher mit Batwazwergen
Pater Peter Schumacher – Anwortschreiben an seine Schüler in Haigerloch „Kabgaye, den 13.
Dezember 1925.
Meine lieben Haigerlocher Studenten!
Hallo, war das eine Überraschung, wie da auf einmal aus der Haigerlocher Missionsschule ein
Brieftäublein geflogen kam, schnurstracks durchs heiße Afrika, und sich hier in den Ruandabergen auf
dem
Kirchturm der großen Kathedrale von Kabgaye niedersetzte und aus dem Schnabel ein Brieflein fallen
ließ
für mich. Also vielen Dank, meine lieben Studenten, für das prächtige Brieflein und die
Neujahrswünsche.
[...]“ (AB 32/77-78)
Pater Bernard Schmitt – zweiter Oberer des Missionshauses Haigerloch
„In memoriam! Am Nachmittag des
Allerheiligenfestes 1925 wurde der hochw. Herr
P. Bernard Schmitt aus der Gesellschaft der
Weißen Väter unter großer Beteiligung der
Bevölkerung auf dem Friedhof zu Trippstadt in
der Pfalz beigesetzt. In ihm verlor die deutsche
Provinz der Gesellschaft einen ihrer Veteranen,
dessen priesterliches Leben und Wirken [...]
von Anfang an der Heranbildung und Erziehung
des missionarischen Nachwuchses gewidmet
hat. [...] In dem sehr jugendlichen Alter von 14
Jahren (1878) verließ er seine Heimat und kam
nach Nordafrika. Im Knabenseminar St Eugène
bei Algier machte er seine Gymnasialstudien.
Nach Beendigung der selben trat er in das Missionsseminar der Gesellschaft der Weißen Väter zu Carthago
ein und wurde am 31. Mai 1890 von Kardinal Lavigerie zum Priester geweiht. [...] Im September 1903
kehrte er aus Nordafrika zurück und übernahm (von P. Froberger) als Oberer die Leitung des
neugegründeten Missionshauses Haigerloch (Hohenzollern). Er behielt sie sechs Jahre lang, bis zum Herbst
1909, in seiner Hand. [...] Ein ähnliches hatte Trippstadt wohl noch nicht gesehen. Die Gesellschaft der
Weißen Väter war dabei durch P. Provinzial Frey, P. Steinhage, den Obern von Haigerloch, P. Liebst, den
Obern vom Missionsseminar zu
Trier und P. Wollmann von Linz vertreten. [...].“
P. Theodor Frey – 15 Jahre Provinzial, davon 1 Jahr Haigerloch
„Kleine Mitteilungen. Aus dem Provinzial- Haus und Missionsseminar Trier. Nach 15jähr. Amtstätigkeit hat
der bisherige Provinzial P. Theod. Frey in der Person des Hochw. Herrn P. Georg Steinhage einen
Nachfolger erhalten. [...] P. Theodor Frey wurde am 4. Oktober 1875 zu Niedertraubach bei Dammerkirch
(Oberelsaß) geboren. Seine Gymnasial- studien machte er an dem staatlichen Gymnasium zu Altkirch und
trat am 1. Oktober 1897 in das Missions- seminar der Weißen Väter zu Binson (Marne) ein. Er blieb
daselbst zwei Jahre und siedelte dann nach Maison-Carrée (Nordafrika) über, wo er vom Herbst 1899 bis
Herbst 1900 unter der Leitung des jetzigen Generalobern (P. Voillard) das Noviziat machte. [...] Seine
erste Anstellung erhielt P. Frey am Missionshaus zu Trier, wo er vom Juli 1904 bis zum 10. November 1906
verblieb. Dann wurde er für ein Jahr nach Haigerloch berufen und übernahm am 27. Juli 1907 die Leitung
des Trierer Hause. [...] Seit 1911 stand er
dem Missionswerk der Weißen Väter in Deutschland als Provinzial vor. Im Mai dieses Jahres (1926) zwang
ihn seine geschwächte Gesundheit, das schwere und verantwortungsvolle Amt niederzulegen. [...] ....wer
sein Buch: „Die Gesellschaft der Weißen Väter in ihrem 50jährigen Bestehen“ (Trier 1918, Verlag des
Missionshauses), [...] gelesen hat, der darf einen Rückschluss auf die besondere Zieleinstellung seiner
Amtsführung machen. [...] Der neue Provinzial, P. Georg Steinhage, wurde am 29 November 1876 zu Lüdge
(Westfalen) geboren, am 29. Juni 1903 zum Priester geweiht und war seither ununterbrochen in der
deutschen Provinz der Weißen Väter tätig.“ (AB 32/255-256)
P. O. Steinmetz – 10 Jahre Lehrer in Haigerloch, dann Missionar in Afrika
„Abschied von Missionaren. Die Mittagsstunde des 22. September (1926) vereinigte die Bewohner des
Trierer Missions- hauses zu einer schlichten, aber schönen und erhebenden Feier. Es war wieder einmal
„Abschied der Missionare“, der beiden Patres Knoll und Steinmetz, die am nächsten Tage ihre Ausreise in
die innerafrikanischen Missionen antraten. [...] Herr Pater Stein- metz, der fast zehn Jahre als Lehrer
in der Missionsschule von Haigerloch an der Heranbildung junger Missionsaspiranten ge- arbeitet hat und
nun als erster der jungen Generation zum hl. Gottestreite ausziehen darf, sprach den Wunsch aus, daß
bald zahlreiche deutsche Missionare ihm folgen könnten und es ihm so
vergönnt sein möge, viele seiner ehemaligen Schüler an den Ufern des Nyanza im Herzen Afrikas
wiederzusehen.“ (AB 32/341)
Quellen:
Textauszüge: Afrika-Bote Vol. 31/32
Abbildungen: Afrika-Bote und Archiv der Weißen Väter, Köln Textgestaltung und -auswahl: Dr. Wolfgang
Völker, Lengerich/Westf.